Dienstag, 7. November 2023

Vom heiligen Hubertus aus den Ardennen nach Mehlbruch-Gieslenberg in Langenfeld



"Seine Heiligen-Legende zählt wohl zu den berühmtesten überhaupt.", schreibt die katholische Kirche: "Der zunächst noch ganz und gar nicht heilige Hubertus geht am Karfreitag auf die Jagd, erblickt einen wohlgebauten Hirsch, legt seine Armbrust an, da bleibt das Tier plötzlich stehen, dreht sich um und zwischen seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. "Hubertus, ich erlöse dich und dennoch verfolgst du mich", ertönt eine Stimme. Daraufhin wirft Hubertus seine Waffe weg, bricht mit seinem alten Lotterleben und wird ein Heiliger.

Die Popularität dieser Legende konnte zwar nicht verhindern, dass der heilige Hubertus als Namenspatron schon seit längerem aus der Mode gekommen ist: In deutschen Kindergärten trifft man heute kaum noch auf einen Hubertus, von einer Huberta ganz zu schweigen.

Doch, wenn es um die Mobilisierung der Massen und die Pflege des Brauchtums geht, spielt Hubertus hierzulande auch heute noch in der Spitzenliga der Heiligen: Mehr als 80.000 Mitglieder zählen allein die Sankt-Hubertus-Schützenbruderschaften in Deutschland, schätzt der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Vor allem im Rheinland, in Westfalen, den Benelux-Ländern und Nordfrankreich ist der heilige Hubertus populär."

Brauchtum bis heute präsent

Am Hubertustag und im gesamten November werden daher in zahlreichen Kirchen Hubertusmessen gefeiert. So auch am vergangenen Samstag (4. November 2023) in der, wie könnte der Name besser passen: Hubertus-Halle an der Rheindorfer Straße in Langenfeld.

Zu diesem höchsten Fest im Schützenkalender hatte das Kaiserpaar Melanie und Ralf Nauen eingeladen: und etliche Schützen waren der Einladung gefolgt, um nach der Heiligen Messe in St. Gerhard bei Bratwurst, Kartoffeln, Kraut und dem einen oder anderen Kaltgetränk gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen.

Hohe Ehrungen

Traditionell wurde das Patronatsfest zu Ehren des Heiligen Hubertus dazu genutzt, verdiente Schützenbrüder für ihr Engagement für die Bruderschaft auszuzeichnen: Für seine langjährige Arbeit im Vorstand als Bruderschaftsadjutant erhielt Berthold Paeschke das Sebastianus Ehrenkreuz. Für seine Treue, seine langjährige Arbeit als Zeugwart, Schießleiter, Hauptmann und Fähnrich wurde zudem Walter Uebber zum Minister ernannt. Zudem erhielten Patrick Elsholz, Kevin Schrauzer, Hermann Rapp und Jürgen Schulte den Bruderschaftsorden.






Erstmals wieder ein Tombola

Abgerundet wurde der feierliche Abend durch eine große Tombola, die von Oliver Groening und Stefan Jonen organisiert wurde.

Übrigens...

Als historische Person verbirgt sich hinter dem heiligen Hubertus ein Bischof von Maastricht und Lüttich aus dem 8. Jahrhundert. Dessen gesicherter Lebensweg klingt zunächst wenig spektakulär: Hubertus von Lüttich, der möglicherweise 655 in Toulouse geboren wurde, lebte zunächst als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, später am Hof des fränkischen Herrschers Pippin des Mittleren in Metz, mit dem er wahrscheinlich verwandt war. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus zunächst als Einsiedler in die Ardennen. Im Jahr 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, elf Jahre später verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich; 727 starb er.

Sankt-Hubertus-Tag wurde schon bald der 3. November, weil die Reliquien am 3. November 743 erhoben wurden. Im Jahr 825 wurden sie nach Andagium überführt, das heutige Saint-Hubert in den Ardennen. Seit der Französischen Revolution sind die Reliquien verschwunden.